Nestlé-Boykott im Schwimmbad: Wie sich eine kleine Gemeinde gegen den Konzern wehrt


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Von utopia.de

Die Gemeinde Hofstetten in Baden-Württemberg will Nestlé nicht länger unterstützten – und kündigt deswegen ihren Vertrag mit einer Nestlé-Tochterfirma. Der vergleichsweise kleine Boykott wird Nestlé nicht groß schaden – setzt aber ein deutliches Zeichen.

Mövenpick, Bumbum, Caretta oder Kaktuseis – von diesen Marken wird es künftig kein Eis mehr im Schwimmbad von Hofstetten geben. Der Grund: Die Anbieter gehörten zur Firma Schöller, die wiederum zu Nestlé gehört. Am Dienstag fasste der Gemeinderat von Hofstetten den Beschluss, den Eisauslieferungsvertrag mit Schöller zu kündigen.

Schöller belieferte das Schwimmbad schon seit acht Jahren. Allein in diesem Jahr hat die Gemeinde Eis im Wert von rund 10.500 Euro bezogen. Da man sich in Hofstetten jedoch seiner Verantwortung für Mensch und Umwelt bewusst sei, soll damit nun Schluss sein.

Kritik an Nestlés Wassergeschäften

„Dem Gemeinderat von Hofstetten ist ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen nicht nur lokal außerordentlich wichtig. Wir sind gegen einen profitmaximierenden Umgang mit Wasser und befürworten daher als Konsequenz keine Eisprodukte der Firma Nestle mehr im Hofstetter Schwimmbad zu verkaufen“, erklärt der Gemeinderat von Hofstetten.

In der Gemeinderatssitzung thematisierten die Mitglieder unter anderem Nestlés Wassergeschäfte im französischen Dorf Vittel, durch die der Grundwasserspiegel vor Ort stark sinkt. Auch Nestlés Vorgehen in Ländern wie Pakistan oder Äthiopien, Abholzung von Regenwald oder Tierversuche für Nestlé-Produkte nannten die Lokalpolitiker als Kritikpunkte.

Hofstetten hat historisch bedingt eine besondere Sensibilität für das Thema Wasser, erklärt uns Bürgermeister Martin Aßmuth. Immer wieder habe es in der Gemeinde Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung gegeben. Auch in diesem Jahr hatten umliegende Gebiete mit Trockenheit zu kämpfen. „Wenn man sich informiert, was Nestlé mit Wasser macht, ist es einem wert, das nicht zu unterstützen“, meint Aßmuth.

Regionale Alternativen gesucht

Auch Kaktuseis gehört zu Schöller und damit zu Nestlé. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)
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