Ein 400 Jahre alter in der Arktis gefundener Hai könnte das älteste lebende Wirbeltier sein


Anzeige

Der drittkleinste Hai wies jedoch nur geringe Kohlenstoff-14-Werte auf, die nur geringfügig über denen der 25 größeren Haie lagen, was darauf hindeutet, dass er tatsächlich in den frühen 1960er Jahren geboren wurde.

Es ist nicht ganz klar, warum Grönlandhaie so lange leben. Wissenschaftler postulieren, dass es in ihren Genen sein könnte, oder es könnte die Tatsache sein, dass sie in relativ kalten Temperaturen leben und einen langsamen Stoffwechsel haben.

Die Verbreitung dieser Art beschränkt sich meist auf die Gewässer des Nordatlantiks und des Arktischen Ozeans. Der Grönlandhai ist ein Spitzenprädator (Raubfisch) und frisst hauptsächlich Fisch. Es wurde noch nie eine Jagd beobachtet.

Anzeige

Aufgezeichnete Fischebeute haben kleinere Haie, Aale, Hering, Seesaibling, Kabeljau, Rosefish, Skulpins, Seehase, Wolfsfische und Flunder enthalten. Grönlandhaie wurden auch mit Überresten von Robben, Eisbären, Pferden, Elchen und Rentieren (in einem Fall einem ganzen Rentierkörper) in ihren Mägen gefunden.

Der Grönlandhai ist bekanntlich ein Schnitzeljäger und wird vom Geruch von verfaultem Fleisch im Wasser angelockt.

Wir haben vielleicht keine genaue Vorstellung davon, warum diese mysteriösen Kreaturen lange leben, aber wir können hoffen, dass diese Wirbeltiere die Bemühungen zum Schutz der Art und ihres Lebensraums verstärken.

Nun, da wir diese majestätischen Kreaturen gefunden haben, liegt es nun an uns, diese Tiere für zukünftige Generationen zu bewahren.

“Das war überraschend”

“Es war zu erwarten, dass Grönlandhaie langlebig sind”, sagt Jürgen Kriwet vom Institut für Paläontologie der Universität Wien, der nicht an der Studie beteiligt war. “Aber dass sie so alt werden, ist doch überraschend. Nun wäre interessant zu ergründen, warum diese Haie so lange leben.”

Langlebigkeit werde oft mit Körpergröße in Verbindung gesetzt. “Aber Grönlandhaie sind nicht die größten Haie, und auch nicht die einzigen, die in so kalten Gewässern leben”, so Kriwet.

Ihre erstaunliche Langlebigkeit müsse also eine andere Ursache haben.

Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird der Grönlandhai als “potenziell gefährdet” eingestuft. Die neuen Ergebnisse unterstreichen, so Nielsen und seine Kollegen, dass der Hai vorsorglichen Schutzes bedürfe. Denn Grönlandhaie sind ein häufiger Beifang der Fischerei nach Grundfischen und geraten durch deren kommerzielle Nutzung unter Druck.

Dem pflichtet Kriwet bei: “Besonders ihre späte Geschlechtsreife macht die Grönlandhaie sehr anfällig.”

Anzeige