Der Amityville Horror – Die wahre Geschichte hinter dem verfluchten Dämonenhaus


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Aber nicht jeder Parapsychologe war damals zufrieden mit der Geschichte. Zeit für die Wahrheit!

Am 16. Februar kontaktierte George Lutz den Leiter des Parapsychology Institute of America, Dr. Stephen Kaplan, der zu dieser Zeit sehr bekannt war. Telefonisch erkundigte sich Lutz bei ihm, wieviel es kostet, wenn Kaplan eine Untersuchung in dem Haus durchführen würde. Dr. Kaplan teilte ihm mit, dass eine Untersuchung mit seinem Team völlig kostenlos sei, jedoch „wenn diese Story ein Hoax ist… dann wird es die Öffentlichkeit erfahren!

Einige Tage später rief Lutz wieder an und sagte den Termin ab. Seine Begründung war, dass sie keinerlei Aufmerksamkeit auf sich oder das Haus lenken wollten. Umso überraschender, als wenig später auf Channel 5 News die Geschichte der Familie Lutz, medienwirksam präsentiert von den Warrens, enthüllt wurde.

Kaplan schöpfte Verdacht und rekapitulierte noch einmal das Telefonat mit George Lutz. Schon dabei schöpfte er Verdacht, dass da etwas nicht stimmte. George sagte z.B. dass er die Namen der Dämonen kenne, aber nicht sagen dürfe. Auf die Frage, warum er das nicht dürfe, sagte Lutz, damit würde er die Dämonen beschwören, dies habe er in einem Buch über Geister gelesen, dessen Titel er aber nicht mehr wisse.

Während die Geschichte durch Buch und Film international immer bekannter wurde

, sammelte Kaplan immer mehr Beweismaterial, die beweisen sollten, dass es sich dabei um einen Hoax handelt. Zwar schloß er die Möglichkeit nicht aus, dass sich durch die Morde, welche zuvor im Haus geschahen, dort tatsächlich paranormale Dinge ereignen, doch in dem beschriebenen Maße doch sehr unwahrscheinlich und unglaubwürdig. Er sah es als Gefahr, dass durch diesen Fall sein gesamter Berufsstand lächerlich gemacht werden würde.

Was Kaplan zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte, dass er sich mit seinen Erkenntnissen nicht nur gegen die Familie Lutz stellen würde, sondern auch gegen die bekannten Warrens sowie die Öffentlichkeit, welche natürlich nun ungern hören wolle, dass sie wahrscheinlich nur auf einen Hoax hereingefallen sind. Die Wahrheit hinter diesem Fall ist nämlich längst nicht so aufregend wie die beschriebenen Ereignisse. So kam es, dass nur sehr kurz in Zeitungen darüber berichtet wurde, und auch für Kaplans Buch über die wahren Hintergründe fand sich erst 1995 ein Verleger.

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Die Fakten:

1979 sagte der Rechtsanwalt William Weber in der Radioshow des Autors Joel Martin aus, dass er gewissermaßen ein Teil dieses Hoaxes sei. Er und George Lutz hätten sich diese Geschichte bei ein paar Gläsern Wein ausgedacht. Das Motiv Webers, mitzumachen, lag auf der Hand: Er war der Anwalt von „Butch“ DeFeo und wollte eine Neuverhandlung des Falles erwirken, mit der Begründung, dass man nun quasi Zeugen hätte, dass Butch wirklich „dämonische Stimmen“ hörte, die ihn zu den Morden trieben. Lutz hatte ebenfalls ein Motiv, da er sich die Hypotheken für das Haus eigentlich nicht leisten konnte und schnell zu Geld kommen musste. Später klagte Weber übrigens gegen Lutz, da er keine Beteiligung an den Buchrechten bekam, was ihm wohl von Lutz versprochen wurde.

Kaplan fand weitere Ungereimtheiten

In dem Buch wird ein sogenannter „Roter Raum“ beschrieben, in dem okkulte Zeremonien stattgefunden haben sollten. Mehrere Male besuchte er das Haus, doch der einzige rote Raum dort war ein Räumchen, durch den man Zugang zu den Rohren des Hauses bekommen konnte, falls eine Reparatur nötig war.

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Die Eingangstür, welche laut Buch aus den Angeln gerissen wurde, zeigte keinerlei Beschädigungen, auch an den anderen Türen und Fenstern konnte man keine Beschädigung feststellen, nicht einmal Kratzer. Auch an den Wänden fand sich keine Beschädigung der Wandfarbe. Nun könnte man einwenden, dass flugs alles ausgetauscht und repariert wurde, jedoch wäre dies aufgrund des Alters des Hauses (erbaut 1924) aufgefallen.

Kaplan unterhielt sich auch mit einem Autor der örtlichen Tageszeitung, dem der Fall ebenfalls suspekt vorkam, da nur einen Tag nach der „Flucht“ aus dem Haus das Ehepaar Lutz dort einen „Garagenverkauf“ abhielt. Weiterhin wurde in diesen 28 Tagen kein einziges Mal die Polizei informiert, was man bei diesen Ereignissen eigentlich annehmen sollte. Und schlussendlich behauptete George Lutz in dem Buch, Pferdefuß-Spuren im Schnee entdeckt zu haben. Jedoch lag an diesem Tag kein Schnee in Amityville.

Auch jenen Priester, der von einem Dämon attackiert wurde, konnte Kaplan ausmachen. Jener berichtete aber, dass die Ereignisse so gar nicht stattgefunden haben. Er habe das Haus ganz normal segnen können, aber erwähnte während der Segnung gegenüber Lutz, dass womöglich durch die Geister der Ermordeten sich seltsame Dinge ereignen könnten.

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Nun noch etwas zu den Erkenntnissen der Warrens:

Laut den Warrens gehörte das Grundstück ja einmal den Shinnecock Indianern, die dort ihre Kranken und Verrückten sterben ließen.
Jene Shinnecock Indianer lebten jedoch nicht mal in der Nähe von Amityville. Alle Indianer auf Long Island gehörten nämlich dem Montaukett Stamm an. Die Namen der verschiedenen Orte wurden von Europäern vergeben, die sich anscheinend mit den einzelnen Stämmen nicht wirklich auskannten. Der einzige Stamm der möglicherweise bei Amityville Land besaß, war der der Massapequans.

Namen hin oder her, was ist mit dem indianischen „Irrenhaus“?

Gemäß John Strong, Indianer-Experte für Long Island, lebten zwar viele Indianer in diesem Gebiet, er selbst halte jenes Verhalten von Indianern für nichts weiter als einen unterhaltsamen Witz. Der Autor Ric Osuna ließ sich von örtlich ansässigen Indianern an sämtliche Indianer-Friedhöfe rund um Amityville führen, wobei er tragischerweise feststellen musste, dass jene Orte zum größten Teil nun Müllkippen sind. Die historischen Aufzeichnungen jener Indianer sind sehr ausführlich und beeindruckend, jedoch findet sich nirgendwo auch nur der kleinste Hinweis, dass ein Friedhof oder „Irrenhaus“ sich auch nur nahe dem Amityville-Haus befand. Mal abgesehen davon, dass die dorti damals ansässigen Indianerstämme sehr friedfertig waren und es auch für Indianer-Experten absurd erscheint, dass ein Stamm seine Kranken und geistig Schwachen aussonderte, um sie sterben zu lassen. Im Gegenteil kümmerten sich Indiander damals wie heute sehr um ihre Familien und Stammesmitglieder.

Also… nun alles ein Hoax?

Naja, ein Schmankerl lassen wir euch noch.
Die Warrens schossen ja per Nachtsichtkamera automatisch einige Fotos in dem Haus. Auf kaum einem Foto ist irgendetwas Unnatürliches zu sehen. Auf jenem aber… ist entweder einer deren Mitarbeiter zu sehen oder vielleicht der Geist eines ermordeten DeFeo.

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Quelle: horrorfakten

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